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Shiatsu Massage Ratgeber - Was man wissen sollte
4 Min. Lesezeit

Shiatsu Massage: Ablauf, Wirkung und was sie ausmacht

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Shiatsu ist eine japanische Form der Körperarbeit. Gearbeitet wird bekleidet, ohne Öl, mit ruhig gehaltenem Druck aus Daumen, Handflächen und Ellenbogen. Eine Sitzung dauert üblicherweise 45 bis 90 Minuten und findet meist auf einer Matte am Boden statt. Hier steht, was in dieser Zeit passiert, wie sich der Druck anfühlt, was eine Behandlung kostet, worin der Unterschied zur Thai-Massage liegt und was Geräte davon übernehmen können.

Was Shiatsu bedeutet

Das Wort heisst schlicht Fingerdruck: shi für Finger, atsu für Druck. Die Form entstand im Japan des frühen zwanzigsten Jahrhunderts aus der älteren Anma-Massage, ergänzt um Elemente westlicher Anatomie. Seit 1964 ist Shiatsu in Japan als eigenständiges Verfahren anerkannt.

Das zugrunde liegende Modell stammt aus der traditionellen ostasiatischen Medizin: Der Körper wird von Leitbahnen durchzogen, den Meridianen, entlang derer Lebensenergie fliesst. Stockt es dort, entstehen Beschwerden. Das ist ein kulturelles Erklärungsmodell und keine anatomische Beschreibung. Man muss es nicht teilen, um von der Behandlung etwas zu haben.

Wie eine Sitzung abläuft

Gearbeitet wird auf einer festen Matte am Boden, seltener auf einer Liege. Der Boden ist kein Zufall: Nur so kann die Therapeutin ihr eigenes Körpergewicht senkrecht über den Druckpunkt bringen, statt mit dem Arm zu drücken. Das ist der Grund, warum Shiatsu tief wirkt, ohne kräftig auszusehen.

  • Anfang. Ein kurzes Gespräch, dann liegst du meist auf dem Bauch. Die Therapeutin legt zunächst nur die Hände auf und arbeitet mit ruhigem Flächendruck.
  • Rücken und Gesäss. Druck entlang der Bahnen links und rechts der Wirbelsäule, mit Daumen oder Handballen. Jeder Punkt wird einige Sekunden gehalten, nicht geknetet.
  • Beine und Füsse. Weiter abwärts, oft mit den Unterarmen oder Ellenbogen an den kräftigen Muskelgruppen.
  • Seitenlage und Rückenlage. Arme, Hände, Bauch, Nacken und Kopf. Dazu kommen ruhige Rotationen an Schultern und Hüften.
  • Abschluss. Ein paar Minuten Nachruhen, ohne Berührung.

Wie sich der Druck anfühlt

Anders als bei einer Knetmassage. Der Druck kommt langsam, bleibt stehen und geht langsam wieder weg. An festen Stellen ist er deutlich spürbar, an entspannten kaum. Angenehm ist er dann, wenn du weiter ruhig atmen kannst. Sobald du die Luft anhältst oder gegenhältst, ist es zu viel, und das solltest du sagen.

Ein leichtes Nachziehen am Tag danach ist möglich, ähnlich wie leichter Muskelkater. Müdigkeit direkt nach der Sitzung kommt häufig vor, viele planen deshalb nichts Anspruchsvolles im Anschluss.

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Shiatsu, Thai oder klassische Massage

  • Kleidung. Shiatsu und Thai bekleidet, klassische Massage mit Öl auf der Haut.
  • Technik. Shiatsu hält Druck. Thai hält Druck und dehnt zusätzlich kräftig. Die klassische Massage knetet und streicht.
  • Tempo. Shiatsu ist die ruhigste der drei. Thai ist deutlich bewegter, weil du passiv in Positionen geführt wirst.
  • Untergrund. Shiatsu und Thai auf der Matte, klassisch auf der Liege.

Wer den Unterschied zur Thai-Massage im Detail sucht: traditionelle Thaimassage. Alle Formen nebeneinander stehen in der Übersicht der Massagearten.

Was eine Behandlung kostet

Richtwerte für privat gezahlte Sitzungen in Deutschland, kein Festpreis:

  • 45 bis 60 Minuten: rund 60 bis 90 Euro.
  • 90 Minuten: rund 90 bis 140 Euro.
  • Zehnerkarten senken den Einzelpreis bei den meisten Praxen spürbar.

In Grossstädten liegen die Preise am oberen Rand. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt Shiatsu nicht, es zählt nicht zu den anerkannten Heilmitteln. Manche private Zusatzversicherungen beteiligen sich, das lohnt sich vorher nachzufragen. Wie sich das zu anderen Massagearten verhält, steht hier: was eine Massage kostet.

Wie oft ist sinnvoll

Bei akuten Verspannungen setzen viele Praxen auf mehrere Termine in kurzem Abstand, danach auf grössere Abstände. Als Ausgleich im Alltag reicht den meisten ein Termin im Monat. Häufiger schadet nicht, kostet aber schnell vierstellig im Jahr. Die allgemeine Einordnung dazu: wie oft man zur Massage gehen sollte.

Genau an dieser Rechnung entscheidet sich für viele die Frage nach einem Gerät. Wer alle zwei Wochen für 80 Euro geht, zahlt im Jahr rund 2.000 Euro. Ein Massagesessel im mittleren Bereich ist damit nach ein bis zwei Jahren durch, danach kostet jede Anwendung nichts mehr. Was er dafür nicht kann, steht weiter unten.

Was du anziehst

Bequeme, weite Kleidung aus dünnem Stoff, in der du sitzen und die Beine anwinkeln kannst. Lange Hose und langärmeliges Shirt sind besser als kurze Sachen, weil die Therapeutin sonst direkt auf der Haut arbeitet und der Druck dort anders ankommt. Socken bleiben an. Schmuck, Uhr und Gürtel kommen ab. Iss nicht unmittelbar vorher, am Bauch wird mitgearbeitet.

Wann Shiatsu nicht geeignet ist

Vorher ärztlich abklären lassen bei Schwangerschaft, Thrombose oder Verdacht darauf, Osteoporose, akuten Entzündungen und Fieber, frischen Verletzungen und Operationen sowie bei blutverdünnenden Medikamenten. Über offenen Wunden, frischen Blutergüssen und entzündeten Stellen wird nicht gearbeitet.

Shiatsu bei Geräten

Der Begriff begegnet dir auch im Handel, und dort meint er etwas anderes. Ein Shiatsu-Massagekissen ahmt die kreisenden Bewegungen mit rotierenden Massageköpfen nach, ein Massagesessel fährt sie über eine Schiene den Rücken entlang. Beides ist an die Technik angelehnt, nicht mit ihr identisch: Ein Gerät hält keinen Druck über Sekunden an einem einzelnen Punkt und geht auf nichts ein, was es unter den Rollen spürt.

Was es dafür kann: dieselbe Fläche jeden Abend, zehn Minuten, ohne Termin. Wer das ausprobieren will, findet die Massagekissen für einzelne Zonen und die Massagesessel für den ganzen Rücken. Probesitzen ist an über 40 Standorten kostenfrei.

Kurz zusammengefasst

  • Shiatsu heisst Fingerdruck und arbeitet bekleidet, ohne Öl, auf einer Matte am Boden.
  • Der Druck wird gehalten statt geknetet, das Körpergewicht der Therapeutin ersetzt Kraft.
  • Eine Sitzung dauert üblicherweise 45 bis 90 Minuten.
  • Angenehm ist der Druck so lange, wie du ruhig weiteratmen kannst.
  • Eine Sitzung kostet privat gezahlt meist 60 bis 140 Euro, die Kasse zahlt nicht.
  • Shiatsu-Geräte ahmen die Bewegung nach, halten aber keinen Druck an einem Punkt.
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