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Das Treppenviertel in Blankenese ist ein Netz aus Treppen, Gassen und Stichwegen an einem Elbhang, in dem etwa 5.000 Stufen die Erschliessung übernehmen, die anderswo Strassen leisten. Es ist Wohngebiet und Sehenswürdigkeit zugleich, und aus dieser Doppelrolle ergeben sich alle Verhaltensregeln.
Warum es Treppen sind und keine Strassen
Der Hang ist zu steil für Fahrwege. Blankenese war ein Lotsen- und Fischerort, die Häuser wurden dort gebaut, wo Platz war, und die Verbindungen dazwischen entstanden als Fusswege. Als die Stadt wuchs, blieb das so, weil sich daran nichts ändern liess.
Praktisch heisst das bis heute: Zu vielen Häusern kommt kein Fahrzeug. Möbel werden getragen, Müll wird geholt, Handwerker laufen. Das ist kein Museum, sondern Alltag.
Der Rundgang
Vom S-Bahnhof Blankenese abwärts Richtung Elbe, dann quer durch die Gassen und unten am Strandweg wieder heraus. Die Richtung ist wichtig: bergab hinein und am Wasser heraus, nicht umgekehrt. Ein Aufstieg am Ende eines Ausflugs ist unangenehm.
Feste Route gibt es keine, und das ist der Reiz. Die Wege verzweigen sich ständig, Sackgassen sind häufig, und jede Abzweigung sieht anders aus. Wer sich verläuft, macht es richtig.
Wie anstrengend es ist
- Feste Schuhe. Die Stufen sind unterschiedlich hoch, oft feucht und stellenweise moosig.
- Kein Kinderwagen. Es gibt keine durchgehende barrierefreie Route. Wer mit Kinderwagen kommt, bleibt unten am Strandweg.
- Ein bis zwei Stunden. Weniger wegen der Länge als wegen der Höhenmeter.
Was Anwohner stört
Menschen wohnen dort. Die Treppen führen an Küchenfenstern vorbei, Vorgärten sind keine Aussichtspunkte, und Drohnen sind ein Ärgernis. Fotografiert wird die Architektur und der Blick, nicht das Wohnzimmer.
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Der zweite Punkt ist die Lautstärke. In den engen Gassen hallt jedes Wort. Eine Gruppe, die sich in normaler Zimmerlautstärke unterhält, ist in drei Häusern zu hören.
Wann man kommt
Sonntagvormittag ist die ruhigste Zeit, Samstagnachmittag die vollste. Im Winter ist es früh dunkel und die Stufen sind glatt, dann lohnt der Besuch nur bei trockenem Wetter.
Die schönste Zeit ist der Sommerabend: Die Sonne geht über der Elbe unter, und der Blick von halber Höhe über das Wasser ist der Grund, warum überhaupt jemand herkommt. Weiteres zum Stadtteil steht im Beitrag Blankenese.
Danach
Unten am Strandweg lässt sich der Weg fortsetzen: ostwärts am Elbstrand entlang bis Teufelsbrück oder Övelgönne, beschrieben im Beitrag Elbstrand in Hamburg. Der Rückweg per Fähre ist die bequemere Variante.
Nach fünftausend Stufen in den Beinen ist eine Pause keine Bequemlichkeit. In der HafenCity gibt es dafür die NAIPO Relax Lounge mit zwanzig Minuten im Massagesessel, ohne Termin und ohne Umziehen.
Wie viele Stufen es wirklich sind
Verbreitet ist die Zahl von rund 5.000 Stufen im gesamten Viertel. Sie ist eine Schätzung und keine Zählung, denn was als Treppe zählt und was als Stufe im Privatgrundstück, lässt sich nicht sauber trennen.
Für die Praxis ist die Zahl ohnehin unerheblich. Niemand geht alle. Ein Rundgang von oben nach unten und zurück am Wasser bringt je nach Route zwischen zweihundert und fünfhundert Stufen, und das reicht den meisten.
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