Traditionelle Thaimassage: Was sie ist, Ablauf und Wirkung – NAIPO Zum Inhalt springen

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Artikel: Traditionelle Thaimassage: Ablauf, Wirkung, Besonderheiten

Ratgeber6 Min. Lesezeit

Traditionelle Thaimassage: Ablauf, Wirkung, Besonderheiten

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Die traditionelle Thaimassage ist keine Massage im westlichen Sinn. Es wird nicht geknetet und nicht geölt, und man liegt auch nicht auf einer Liege. Stattdessen arbeitet die Therapeutin mit Daumen, Handballen, Ellenbogen und Füssen entlang fester Linien am bekleideten Körper, dazu kommen geführte Dehnungen. Hier steht, wie eine Sitzung abläuft, was du anziehst, wie lange sie dauert und für wen sie nicht geeignet ist.

Was eine Thaimassage ist

Eine Thaimassage ist eine bekleidete Ganzkörperbehandlung ohne Öl, die mit gehaltenem Druck auf festen Körperlinien und mit geführten Dehnungen arbeitet. Sie findet auf einer Matte am Boden statt und dauert üblicherweise 60 bis 120 Minuten. Wer sie zum ersten Mal bekommt, beschreibt sie meist als eine Mischung aus Akupressur und passivem Dehnen, nicht als Wellnessmassage.

Im Deutschen kursieren mehrere Bezeichnungen für dieselbe Sache. Traditionelle Thaimassage, klassische Thaimassage und thailändische Massage meinen alle Nuad Thai, wie es in Thailand gelehrt wird. Gemeint ist damit die Behandlung ohne Öl am bekleideten Körper.

Abzugrenzen davon sind zwei Varianten, die im Westen ebenfalls unter dem Namen angeboten werden:

  • Thai-Ölmassage. Eine Mischform: Öl auf der Haut, weiche Streichungen, dazu einzelne Dehnungen. Angenehmer, aber nicht die traditionelle Behandlung.
  • Fussreflexzonenmassage nach thailändischem Vorbild. Nur Füsse und Unterschenkel, oft als kurze Sitzung von 30 Minuten.

Wenn du die traditionelle Form willst, frag nach Nuad Thai oder danach, ob bekleidet und ohne Öl gearbeitet wird. Das ist die zuverlässigste Unterscheidung.

Was Nuad Thai bedeutet

Im Thailändischen heisst sie Nuad Thai. Sie ist Teil der traditionellen thailändischen Heilkunde und wird dort seit Jahrhunderten weitergegeben, meist im Tempel und von Hand zu Hand. Am 12. Dezember 2019 hat die UNESCO Nuad Thai in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Sie ist damit bis heute die einzige Massageform mit diesem Eintrag.

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Der Gedanke dahinter: Der Körper wird von Linien durchzogen, den sogenannten Sen. Verläuft dort etwas stockend, entstehen Beschwerden. Die Behandlung arbeitet diese Linien ab und soll den Fluss wiederherstellen. Das ist ein kulturelles Erklärungsmodell und keine anatomische Beschreibung. Man muss es nicht teilen, um von der Behandlung etwas zu haben.

Wie eine Sitzung abläuft

Gearbeitet wird auf einer festen Matte am Boden, nicht auf einer Liege. Das ist keine Nebensache, sondern Voraussetzung: Nur so kann die Therapeutin ihr eigenes Körpergewicht einsetzen und dich in Positionen führen, die auf einer schmalen Liege nicht gehen.

Der Ablauf folgt fast immer derselben Reihenfolge, von unten nach oben:

  • Füsse und Beine. Der Anfang, meist in Rückenlage. Hier wird der Druck aufgebaut und du gewöhnst dich an die Intensität.
  • Hüfte und unterer Rücken. Oft der Bereich, in dem sich die ersten Dehnungen ergeben.
  • Rücken und Schultern. Häufig in Seit- oder Bauchlage, teilweise im Sitzen.
  • Arme, Hände, Nacken und Kopf. Der Abschluss, in der Regel ruhiger als der Rest.

Zwischendurch führt dich die Therapeutin in gedehnte Positionen. Manche davon erinnern an Yoga, weshalb die Thaimassage gelegentlich passives Yoga genannt wird. Du machst dabei nichts selbst, du lässt geschehen. Genau das ist für viele der ungewohnteste Teil.

Was sie von einer klassischen Massage unterscheidet

  • Bekleidet statt entkleidet. Du behältst leichte Kleidung an, im Studio bekommst du meist etwas gestellt.
  • Kein Öl. Es wird gedrückt und gedehnt, nicht gestrichen. Öl wäre dabei im Weg.
  • Druck statt Kneten. Die Therapeutin arbeitet punktuell und hält den Druck, statt die Muskulatur durchzuwalken.
  • Dehnung gehört dazu. Das ist der grösste Unterschied und der Grund, warum sich die Behandlung danach anders anfühlt als eine klassische Massage.
  • Matte statt Liege. Mehr Bewegungsfreiheit für beide Seiten.

Ausführlich gegenübergestellt haben wir das hier: Thai-Massage und normale Massage im Vergleich.

Dauer und Kleidung

Eine vollständige Behandlung dauert üblicherweise 60 bis 120 Minuten. Unter einer Stunde bleibt für den vollen Ablauf von den Füssen bis zum Kopf zu wenig Zeit, deshalb sind kürzere Termine meist auf einen Bereich beschränkt, etwa Rücken und Nacken oder Fussreflexzonen.

Zieh etwas an, in dem du dich hinsetzen und die Beine anwinkeln kannst: weite Hose, T-Shirt, keine Gürtel, keine Reissverschlüsse am Rücken. Schmuck und Uhr bleiben draussen. Iss nicht unmittelbar vorher, die Dehnungen arbeiten auch am Bauchraum.

Wie kräftig es zugeht

Deutlich kräftiger als eine Wellnessmassage, und das ist gewollt. Angenehm ist ein Druck, bei dem du weiter ruhig atmen kannst. Sobald du die Luft anhältst oder gegenhältst, ist es zu viel. Sag es dann, gute Therapeutinnen fragen ohnehin nach. Ein Muskelkater am Tag danach ist möglich und kein schlechtes Zeichen.

Mehr dazu in zwei eigenen Beiträgen: Wie schmerzhaft ist Thai-Massage und Warum tut Thai-Massage weh.

Wann sie nicht geeignet ist

Die Thaimassage arbeitet mit Druck und Zug an Gelenken. In diesen Fällen gehört sie vorher ärztlich abgeklärt oder ausgelassen:

  • Schwangerschaft, ausser bei ausdrücklich dafür ausgebildeten Therapeutinnen
  • frische Verletzungen, Brüche, Bandscheibenvorfälle
  • Osteoporose und andere Erkrankungen, die die Knochendichte betreffen
  • Thrombose oder Verdacht darauf
  • akute Entzündungen, Fieber, offene Hautstellen
  • nach Operationen, solange die Wundheilung läuft

Im Zweifel gilt dasselbe wie überall: erst fragen, dann buchen.

Was davon zuhause geht

Die Dehnungen einer Thaimassage kann kein Gerät ersetzen, dafür braucht es zwei Menschen. Was Geräte übernehmen können, ist der andere Teil: der gehaltene Druck entlang des Rückens. Massagesessel mit Stretch-Programmen fahren die Beinauflage nach unten und den Oberkörper nach hinten und ziehen die Wirbelsäule dabei sanft auseinander, während die Rollen arbeiten. Das ist die sanfte Verwandte, nicht der Ersatz.

Wer das ausprobieren will, sitzt am besten einmal darin: alle Massagesessel im Überblick, Probesitzen kostenfrei an über 40 Standorten. Wie eine thailändische Ganzkörperbehandlung im Detail abläuft, steht hier: Ablauf einer Thai-Ganzkörpermassage.

Kurz zusammengefasst

  • Traditionelle Thaimassage heisst Nuad Thai und steht seit Dezember 2019 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
  • Sie findet bekleidet statt, ohne Öl, auf einer Matte am Boden.
  • Gearbeitet wird mit gehaltenem Druck entlang der Sen-Linien und mit geführten Dehnungen.
  • Eine vollständige Sitzung dauert 60 bis 120 Minuten, von den Füssen bis zum Kopf.
  • Bei Schwangerschaft, Osteoporose, Thrombose und frischen Verletzungen vorher ärztlich abklären.

Häufige Fragen

Was ist eine Thaimassage?

Eine bekleidete Ganzkörperbehandlung ohne Öl, mit gehaltenem Druck auf festen Linien und geführten Dehnungen, auf einer Matte am Boden. Sie dauert meist 60 bis 120 Minuten.

Was ist der Unterschied zwischen traditioneller und klassischer Thaimassage?

Keiner. Beide Bezeichnungen meinen Nuad Thai, also die Behandlung ohne Öl am bekleideten Körper. Auch thailändische Massage steht für dasselbe. Ein echter Unterschied besteht nur zur Thai-Ölmassage, die geölt und weicher geführt wird.

Was zieht man bei einer Thaimassage an?

Weite, dehnbare Kleidung aus Baumwolle. Die meisten Studios stellen sie. Was du selbst mitbringen kannst, steht hier: was man bei einer Thai-Massage anzieht.

Tut eine Thaimassage weh?

Sie geht deutlich tiefer als eine klassische Massage und kann an verspannten Stellen unangenehm werden. Scharfer Schmerz ist aber ein Zeichen, dass der Druck zu hoch ist. Sag es einfach, das ist normal. Mehr dazu: warum eine Thai-Massage wehtut und wie schmerzhaft sie wirklich ist.

Wie unterscheidet sie sich von einer normalen Massage?

Kein Öl, keine Liege, keine knetenden Griffe. Stattdessen Druck mit Daumen, Ellenbogen und Füssen sowie Dehnungen, bei denen du bewegt wirst. Der Vergleich im Detail: Unterschied zwischen normaler Massage und Thai-Massage.

Wie lange dauert eine traditionelle Thaimassage?

In Thailand sind zwei Stunden üblich. In Deutschland werden meist 60 oder 90 Minuten angeboten. Unter einer Stunde lässt sich der vollständige Ablauf von den Füssen bis zum Kopf nicht durchführen.

Wie oft kann man zur Thaimassage gehen?

Bei Beschwerden ist ein wöchentlicher Rhythmus über einige Wochen üblich, danach seltener. Eine Einordnung steht hier: wie oft man zur Thai-Massage gehen darf.

Gibt es die Thaimassage auch als Ganzkörpermassage?

Die traditionelle Form ist immer eine Ganzkörperbehandlung, von den Füssen bis zum Kopf. Der Ablauf im Einzelnen: wie eine Thai-Ganzkörpermassage abläuft.

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